Recht im Alltag

Ehe und Lebensgemeinschaft

Ehe und Lebensgemeinschaft

Scheidung – was tun?       Trennung ohne Hochzeit

In Liebe geheiratet mit der Sicherheit zu verbinden, dass die eigene Ehe bis zum Ende des Lebens Bestand haben würde, ist oftmals leider nur eine Hoffnung, die sich nicht erfüllt. Die Statistik zeigt uns, dass inzwischen mehr als ein Drittel aller Ehen in Tirol geschieden wird. Wo es beim Heiraten noch nichts zu regeln gab, zum Zeitpunkt der Scheidung stellen sich neben dem Leid und Unglück auch noch eine Reihe vielfältiger Fragen, die es zu lösen gilt.

Nur ein paar Fragen, die sich stellen:

Hat mein Ehepartner einen Anspruch auf Unterhalt, oder habe ich einen solchen?

Wie hoch ist der Unterhalt und wie lange ist er zu bezahlen.

Was passiert mit den gemeinsamen Kindern und wie steht es mit dem Unterhalt für Kinder, dem Besuchsrecht und wer „bekommt“ überhaupt die Kinder?

Wie ist mit dem Haus oder der Wohnung vorzugehen, der Einrichtung, den Ersparnissen, den Schulden, wer bleibt überhaupt in der Ehewohnung, wer muss ausziehen?

Wie steht es mit der Firma, die aufgebaut wurde, worauf ist im Zusammenhang mit Krankenversicherung, Pensionsversicherung aber auch mit Haftungen für Schulden zu achten?

Kann sich mein Partner überhaupt scheiden lassen, wenn ich die Scheidung gar nicht will und umgekehrt?

Ein langwieriger Scheidungsprozess ist in vielen Fällen genauso falsch, wie eine leichtfertige einvernehmliche Scheidung. In allen Fällen ist es äußerst sinnvoll, sich beraten zu lassen, bevor man Entscheidungen trifft, auch wenn man glaubt, die getroffene Entscheidung sei noch gar nicht so wichtig oder entspreche dem Gesetz.

Spätere Fragen bringen selten die gewünschten Antworten, einmal gemachte Fehler lassen sich oft nicht mehr beheben. Die falsche Einschätzung der Rechtslage oder überhaupt des Ernstes der Lage verursacht oftmals Fehler, die später nicht mehr korrigiert werden können.

Wenn sich die Frage der Scheidung stellt oder zumindest abzeichnet, sollte man sich unbedingt zu diesen einzelnen Fragen rechtzeitig beraten lassen, bevor man Entscheidungen fällt. Der längste Scheidungsprozess kann einmal gemachte Fehler selten ungeschehen machen. Und eine schnelle einvernehmliche Scheidung ist nicht mehr rückgängig zu machen, auch wenn man dort Verpflichtungen übernommen hat, die man gar nicht hätte eingehen müssen. – Im Nachhinein ist es zu spät.

Ein paar kleine Beispiele :

1. Nach einem Streit die Koffer zu packen und aus der Ehewohnung auszuziehen bedeutet fast immer ein Scheidungsverschulden. Und das führt nicht nur zur Scheidung, sondern auch zu Unterhaltspflicht, die ein Leben lang dauern kann. Oder können Sie später noch beweisen, dass es Ihr Ehepartner war, der Ihren Auszug aus der Wohnung wollte oder zumindest damit einverstanden war?

2. In einer einvernehmliche Scheidung die Pflicht zur Unterhaltszahlung zu übernehmen, weil man glaubt, man müsse Unterhalt zahlen, lässt sich später nicht mehr ändern, auch wenn sich herausstellt, dass man gar nicht unterhaltspflichtig gewesen wäre.

3. Die Aufteilung des gemeinsamen ehelichen Gebrauchsvermögens und der Ersparnisse ist, von einigen Ausnahmen abgesehen, völlig unabhängig vom Verschulden, der Aufteilungsanspruch steht auch dem schuldig geschiedenen Ehegatten zu. Die rechtzeitige Planung einer Vermögensaufteilung in Kenntnis der bestehenden Rechtslage verhindert einen langwierigen Aufteilungsstreit und damit verbundene, oft erhebliche Kosten.

4. Schulden, für die man etwa als Bürge unterschrieben hat, werden durch die Scheidung nicht automatisch geändert. Die Haftung gegenüber der Bank als Bürge bleibt daher auch nach der Scheidung aufrecht, wenn man nicht rechtzeitig versucht, Maßnahmen zu setzen, die daran etwas ändern können.

5. Denken Sie daran, dass der in der Sozialversicherung mitversicherte Ehegatte durch die Scheidung seinen Versicherungsschutz verliert. Rechtzeitige Überlegungen und Einhaltung der Fristen für Anträge zur Weiterversicherung sind ein absolutes Muss!

Die Beratung durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens hat nie den Sinn, einen langen und kostspieligen Scheidungsprozess vom Zaun zu brechen, viel wichtiger ist dabei immer die Frage, wie man die einzelnen Bereiche vernünftig und möglichst einvernehmlich rasch und kostengünstig lösen und regeln kann. Ihr Rechtsanwalt, der die Probleme versteht und rechtliche Lösungen aufzeigen kann, kann im Ergebnis helfen, viel Geld und auch sinnlosen Prozessaufwand zu sparen.

Beratung und Wissen, wo die Probleme liegen und welche Lösungen im Rahmen der Gesetze möglich sind, bedeuten dann immer noch nicht, dass es auch wirklich zur Scheidung kommen muss. Sie bedeuten aber das Wissen, wie man sich verhalten soll und welche Fehler vermieden werden können.

Jeder einzelne Fall muss immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände geprüft werden, um die oben angerissenen Fragen beantworten zu können. Wer aber die Antworten kennt, kann auch richtige Entscheidungen treffen. Und dafür ist eine ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens notwendig.

Der Weg zur endgültigen Entscheidung liegt dann immer noch bei Ihnen selbst.

Viele der bei Trennung zu lösenden Probleme entstehen aber nicht durch die Ehescheidung, vielmehr sind es gemeinsame Kinder oder in der Beziehung geschaffenes Vermögen, das später viele Unklarheiten auslöst und ungeregelt im Raum steht.

 

auch eine Lebensgemeinschaft kann in die Brüche gehen 

Es ist daher gut zu überlegen, bevor man gemeinsam Vermögen schafft, Schulden eingeht, dem Partner Geld zur Verfügung stellt und nie daran gedacht hat, was im Falle einer Trennung passieren soll.

Ratsam ist jedenfalls, sich recht­zeitig beraten zu lassen – Wer Geld in Vermögen des Partners investiert, sollte sich auch rechtzeitig die Mühe machen und sich beraten zu lassen, was im Falle der Trennung passiert und wie man das im Vorhinein regeln kann.

Sie kaufen mit ihrem Partner eine Wohnung, kaufen einen Baugrund, bauen ein Haus, bauen im Haus der Eltern des Partners eine Wohnung aus oder ein Haus dazu, investieren Ihre Ersparnisse und vielleicht sogar den Erbteil Ihrer Eltern, sie nehmen Kredite auf, übernehmen Bürgschaften und Haftungen:

Haben Sie bedacht, ob

Ihre Rechte im Grundbuch gesichert sind

Sie überhaupt im Grundbuch eingetragen sind

Ihr bereitgestelltes Geld gesichert ist

und wie sie vielleicht wieder aus den Schuldenhaftungen befreit werden

…. und das soll sonst alles zu einer Zeit der Trennung, die oft gar nicht freundschaftlich abgewickelt wird – geklärt werden

…oder Sie denken darüber nach, Ihre Rechte zu sichern, sich beraten zu lassen um am Ende die Rechte gewahrt zu haben. Wir wünschen uns alle, dass eine Beziehung hält, trotzdem gehen viele Beziehungen in die Brüche

denken Sie nach und lassen Sie sich rechtzeitig beraten

Recht_zeitig_erkennen!